Zweiunddreißigster Sonntag der gewöhnlichen Zeit – Jahr B

Posté par diaconos le 6 novembre 2021

Thirty-second Sunday in Ordinary Time - Year B   dans Catéchèse

Diese arme Witwe hat mehr in die Staatskasse eingezahlt als alle anderen

Das Opfer der Witwe, auch als Witwenopfer bekannt, ist eine Episode aus dem Wirken Jesu, die im Markus- und im Lukasevangelium berichtet wird. Die Episode spielt sich im Tempel in Jerusalem ab. Nachdem Jesus eine Schimpftirade gegen die Schriftgelehrten gehalten hat, die darauf aus waren, geehrt zu werden, und die « die Häuser der Witwen verschlangen », kommt eine arme Witwe und wirft zwei Münzen in den Tempelschatz, die alles waren, was sie hatte.

Jesus sagt, dass die Opfergabe, obwohl sie bescheiden erscheint, größer ist als die aller anderen, weil die anderen den Überschuss gaben, während die Witwe alles gab, was sie zum Leben hatte. Als Jesus aus dem Tempel kommt, sagt er dessen Zerstörung voraus. Laut dem Bibelwissenschaftler Alberto Maggi scheinen die Worte Jesu zunächst eine Anerkennung für den Glauben und die religiöse Hingabe der Witwe zu sein, sind aber stattdessen eine Kritik am damaligen jüdischen Religionssystem, das auf dem Tempelkult beruhte.

Im alten Israel galten Witwen und Waisen als die schwächsten Menschen, weil sie keinen Schutz hatten. Deshalb verfügte das Deuteronomium, dass ein Teil der Tempelopfer zur Unterstützung von Witwen und Waisen verwendet werden sollte. Zur Zeit Jesu war der Tempel jedoch zu einer Institution geworden, die die Armen und Schwachen ausbeutete, so dass eine arme Witwe, anstatt durch die Tempelopfer unterstützt zu werden, durch den Druck der Gesellschaft und der Tradition gezwungen war, alles, was sie zum Leben hatte, dem Tempel zu opfern. Die Ankündigung der künftigen Zerstörung des Tempels unterstreicht seine Verurteilung: Das Bauwerk, das zu einem Instrument der Unterdrückung geworden war, ist nun irreparabel und dazu bestimmt, für immer zu verschwinden.

Aus dem Evangelium nach Markus

38 In seiner Lehre sagte er : « Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die es lieben, in schönen Kleidern umherzugehen und auf den öffentlichen Plätzen zu grüßen 39 und in den Synagogen Ehrenplätze einzunehmen und bei den Mahlzeiten Ehrenplätze einzunehmen. 40 Sie verschlingen den Besitz der Witwen und beten lange um den Schein; sie sollen umso strenger gerichtet werden. « 

Jesus saß im Tempel vor der Schatzkammer und sah zu, wie die Menge ihr Geld einbrachte. Viele reiche Menschen haben große Summen gespendet. 42 Eine arme Witwe trat vor und legte zwei kleine Münzen hinein. 43 Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte zu ihnen: « Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten eingezahlt als alle anderen. 44 Denn sie alle nahmen von ihrem Überfluss, sie aber nahm von ihrer Armut; sie legte alles hinein, was sie hatte, alles, was sie zum Leben brauchte. (Mk 12,38-44)

 Die Kleidung der Witwe

Die langen Gewänder, die die Schriftgelehrten so schön fanden, die Begrüßungen, die sie auf öffentlichen Plätzen suchten, waren ein sicheres Zeichen für die Eitelkeit, die von ihrem Rang, ihrem Beruf und ihrer Sekte ausging. Die Tatsache, dass sie die ersten Plätze in den Synagogen und bei den Festen beanspruchten, zeugt von diesem Stolz, der sowohl bei religiösen Zeremonien als auch im zivilen Leben glänzen und sich durchsetzen wollte.

Angesichts des amphibischen Charakters des Begriffs « Essen » spielte Jesus auf die üppigen Mahlzeiten an, die die Pharisäer in den Häusern dieser Frauen servierten, die als ihre Gewissenswächter fungierten. Sie waren die Tartuffs dieser Zeit.  Jesus saß vor der Schatzkammer und beobachtete, was die Menschen dort hineinlegten. Er sah eine arme Witwe, die zwei Pites (kleine Münzen) gab. Er rief seine Jünger zu sich und sagte ihnen, dass diese Frau, die alles, was sie zum Leben hatte, in den Schatz legte, mehr gab als die anderen, die ihren Überschuss einlegten.

Die Schatzkammer des Tempels befand sich im Hof der Frauen und bestand laut den Rabbinern aus dreizehn Truhen oder Kästen, die wegen ihrer instrumentenähnlichen Form Trompeten genannt wurden. Die erste Einrichtung dieser Schatzkammer wird in 2. Könige 12,9 erwähnt. Dort wurden die kostenlosen Opfergaben für den Tempel und den Gottesdienst aufbewahrt.

 Die arme Witwe hatte in der Tat mehr in die Kasse eingezahlt als alle anderen, alles in allem; denn ihre Gabe stammte aus dem Überschuss, während die ihre aus einer Armut stammte, die Markus mit drei verschiedenen Ausdrücken auszudrücken versucht : aus ihrer Not, aus ihrem Mangel, aus allem, was sie hatte, aus ihrem gesamten Lebensunterhalt.

Die Überlegenheit seines Opfers über das der anderen lag in seinen Motiven, deren moralischen Wert Jesus verstand. Er gab keine Almosen, sondern eine Gabe zur Verehrung Gottes, die allein von der Liebe zu Gott inspiriert war, dem er sein Herz und sein Leben, seine Liebe, sein grenzenloses Gottvertrauen schenkte und dem er die Sorge für eine Zukunft anvertraute, die völlig ohne alles war.

Diakon Michel

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Jesus vergibt Sünden

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